Kategorie: Andachten

Predigt zu Karfreitag

Predigt zu Karfreitag

Predigt zu Karfreitag 2020 von Pfarrer Philipp Pohle (zum Anhören, klicken Sie „hier„, zur Vorlage der Hausandacht)

Liebe Gemeinde, liebe Leser,

Gnade sei mit Euch und Friede von Gott unserem Vater und dem Herrn Jesus Christus.

Der Predigttext für Karfreitag steht im zweiten Brief des Paulus an die Gemeinde in Korinth 5,19-21:

19 Denn Gott war in Christus und versöhnte die Welt mit sich selber und rechnete ihnen ihre Sünden nicht zu und hat unter uns aufgerichtet das Wort von der Versöhnung. 20 So sind wir nun Botschafter an Christi statt, denn Gott ermahnt durch uns; so bitten wir nun an Christi statt: Lasst euch versöhnen mit Gott! 21 Denn er hat den, der von keiner Sünde wusste, für uns zur Sünde gemacht, auf dass wir in ihm die Gerechtigkeit würden, die vor Gott gilt.

Karfreitag finde ich irgendwie bedrückend. Ernste Gesichter, ernste Lieder, ernste Musik. Kaum Beweglichkeit. Die kirchliche Tradition unterstützt das, indem die Glocken schweigen, die Kerzen ausbleiben. Am Altar hängt Schwarz. Wir schauen auf das Kreuz. Damit auf den Tod. Und meiner Erfahrung nach ist das auch ein Anlass für einen Feiertag, mit dem viele nichts anfangen können.  Irgendwie seltsam, irgendwie unverständlich. Und doch einer der wichtigsten Feiertage der Christenheit.

Trotzdem zieht dieser Tag, dieses Ereignis mich an. Er hat eine Faszination. Weil hier das zu gehör kommt, worüber wir uns eher ungern unterhalten, wenn es uns selbst betrifft: Über Leid, Ohnmacht, Sterben – und das obwohl es keine Beerdigung ist.

Ich erinnere mich an die Titel-Schlagzeile einer großen Boulevard-Zeitung. Damals, als 2004 der Tsunami im indischen Ozean über zweihunderttausend Menschenleben forderte. In weißen riesigen Buchstaben auf schwarzem Hintergrund war dort zu lesen: „Wo war Gott?“ Diese Frage höre ich in letzter Zeit weniger laut. Aber sie wird gestellt. Nach einem persönlichen Unglück oder dem Leid anderer. Dann scheint er sehr weit weg zu sein.

Wo war Gott? Heute lesen wir im Predigttext bei Paulus: „Gott war in Christus“. Aha, dort also. Was soll das heißen? Die Antwort will ich versuchen. Ich finde sie im Schrei von Jesus am Kreuz: „Mein Gott, mein Gott, warum hast Du mich verlassen?“ (Mk 15,34)

Jesus lebt sein Leben ganz unten. Bei den Armen, Kranken, bei den Geächteten Menschen und den offensichtlichen Sündern. Er hat sich nicht vor ihnen gescheut, hat sie gesund, frei, selbstbewusst gemacht. Er hatte keine Notfall-Nummer, keine Waffe in der Jackentasche, keinen Schutzraum. Das berührt und bewegt mich, wenn ich von diesen Begegnungen lese. Immer wieder hat er großen oder sehr großen Ärger auf sich gezogen. Bis ihn ein enger Freund verraten hat, er gefangen, gequält wurde und einsam und verlassen gestorben ist.

Wo war Gott? In Christus, in Jesus von Nazareth. „Gott war in Christus“. Er war da, als Jesus geschlagen, ausgelacht, verraten und enttäuscht wurde. Er war da, als das Kreuz ihn zur Schau gestellt hat. Er war da im Elend von Jesus. Er will es uns beweisen: Ich bin kein Gott der Wolken. Ich bin ein Gott auf der Erde. Damit ist er da, in den dunklen Stunden und Tagen meines Lebens, im finsteren Tal durch das ich auch wandern muss. In Jesus finde ich jemand, der nicht vor Leid und schlechten Nachrichten zurückschreckt. Und Gott war in Christus, auch am Kreuz. Damit zeigt er uns: Ich bin an der Seite von denen, die die Bosheit und Vergänglichkeit dieses Lebens zu spüren bekommen. Auch dann, wenn wir uns verlassen fühlen.

Aber in dem Ruf Jesu am Kreuz, stellt sich Jesus, und damit Gott nicht nur auf und an unsere Seite. In dem Ruf: „Warum“ ist auch die ganze Wut, das ganze Unverständnis, die Hilflosigkeit über das Elend der Welt und meines Lebens enthalten: Warum hast DU mich verlassen!? Es ist ein bitterer Vorwurf. Hättest Du nicht gerade jetzt hier sein müssen, jetzt wo ich Dich am dringendsten brauche?

Damit schleudert Jesus die ganze Bitterkeit, die tiefe Enttäuschung, die Menschen haben können, gegen Gott. Und er spricht es doch noch einmal aus, was manche schon aufgegeben haben, zu rufen oder zu fragen. Oder, weil sie es sich nicht trauen. Wieso jetzt so eine schwere weltweite Krankheit? Wieso, so viele Tote, einsam gestorben, ohne den Beistand ihrer Lieben? Wieso muss ich mein Leben so radikal umstellen? Aber auch die ganz eigene Frage in den anderen Feldern meines Lebens: Warum muss das ausgerechnet mir passieren? Die Trennung, das große oder kleine Missgeschick?     Und der Blick über den Tellerrand hinaus: Wieso werden Menschen zum Spielball der Mächtigen gemacht, an der europäischen Außengrenze, in Idlib in den Umerziehungslagern in China? Wieso so viel Elend, so viel Ungerechtigkeit, so viel Sinnlosigkeit, so viel Schuld?

„Warum?“ Es ist auch eine wütende Frage. Nein, wir müssen es nicht hinnehmen, wir müssen uns nicht dran gewöhnen, wir müssen es nicht schönreden oder so tun als, würde es mich nicht berühren. Weil es mich eben doch betroffen machen, wenn ich mir die Zeit dafür nehme und es sacken lasse.

„Mein Gott, mein Gott, warum hast Du mich verlassen?“ Hier bäumt sich jemand mit aller Kraft und scheinbar ohnmächtig auf, gegen Alles, was ich neben dem Schönen und Guten leider eben auch höre und erlebe. Er stemmt sich dagegen, weil es doch nicht sein kann, dass Gott wirklich so ein Feigling, so ein Verräter ist, der mich und andere im Stich lässt.

Wo war Gott? Gott war in Christus. Gott in Christus und damit auf der Seite der Menschen, er kämpft mit einem Gott der alles kann und doch nicht die Not abwendet. Gott gegen Gott. Wer wird gewinnen? Oder anders: Wer ist Gott wirklich? Einer, der die Welt in ihrem Kampf aus Siegern und Verlierern sich selbst überlässt oder einer, der hineingeht, der sich zwischen Macht und Ohnmacht, zwischen Opfern und Täter zerreißen lässt? Er ist Letzterer. Er kommt unter die Räder und spürt das Elend von uns Menschen selbst.

Dass Gott in Christus war, soll natürlich uns zeigen, dass Gott trotz allem doch auf unserer Seite steht, dass er gerade meine Not kennt, auch die, von der sonst niemand was weiß und dass sie ihm nicht nur nicht egal ist, sondern dass er sie mit mir miterleidet. Und ja natürlich soll das uns, soll das mich mit Gott versöhnen. „Lasst euch versöhnen mit Gott“, und uns helfen, ihn wieder als einen echten Gesprächspartner zu sehen. Ein Gott, von dem wir wieder was erwarten! Dem wir, trotz aller Fragen wieder etwas zutrauen, mit ihm reden, und ihm darum vertrauen. Dem wir uns aber auch anvertrauen und vor ihm ehrlich werden. Mit dem, was ich selbst dafür kann, dass es anderen nicht gut geht. Wo ich selbst zum Gefühl der Gottverlassenheit dieser Welt beitrage.

Ja, dazu brauchen wir einen Gott, der sich als Vertrauenswürdig erweist. Zu Ostern hören wir dann einen anderen Ruf, ebenfalls tief berührt, aber ein fröhlicher und befreiter Seufzer: „Er – der Jesus vom Kreuz -, er ist auferstanden.“ Gott hat Jesus doch nicht am Kreuz verlassen. „Gott war in Christus.“ Wenn das die Aussicht ist, wenn mein Aufbäumen gegen die großen und kleinen Katastrophen dieser Welt, wenn mein verzweifelt-zorniger Warum-Schrei nicht verhallt sondern erhört wird, kann ich dann nicht zuversichtlich sein – trotz allem?

Und der Friede Gottes, der Größer ist als alle unsere Vernunft, bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen.

Predigt Karfreitag 2020 2kor 5,19-21
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Andacht zu Gründonnerstag

Andacht zu Gründonnerstag

Liebe Gemeinde,

Gründonnerstag – das letzte Abendmahl – eine Fußwaschung – und grüne Speisen. Was hat es damit auf sich?

Jesus bereitet sich mit seinen Jüngern auf seinen Abschied vor. Gemeinsam feiern sie nach jüdischem Brauch das Passahfest in Jerusalem. Vor dem Essen macht Jesus etwas, dass alle in Erstaunen versetzt: Er selbst, Gottes Sohn, wäscht seinen Jüngern die Füße. Warum? Zum einen hat es ganz praktischen Nutzen. Besonders strapazierte Füße bedürfen einer guten Pflege und Reinigung. Zum anderen ging es Jesus darum, seine bedingungslose Liebe zu den Menschen auszudrücken. Er selbst ist sich nicht zu fein, seine Hände schmutzig zu machen. Damit hat er ein Beispiel vorgegeben, wie wir auch heute noch tun sollen, „wie ich euch getan habe, so tut auch ihr“ Johannes 13, 15. Lebe ich so selbstlos und demütig wie Jesus?

Das gemeinsame Essen von Brot und Wein ist auch für uns ein Vorbild, eine Einladung. Ich darf mit Jesus Gemeinschaft haben. Ganz normale Dinge mit Ihm besprechen – wie eben essen und trinken. Seine Einladung gilt. Immer. Ohne Einschränkungen. In unserer Kirchgemeinde feiern wir im Gottesdienst das Heilige Abendmahl, so wie Jesus es uns vorgemacht hat. Dadurch sind wir mit Ihm und uns allen verbunden.

Wenn ich daran denke, werde ich neidisch. Nicht auf den Abschied. Sondern auf das gemeinsame Feiern. Das fällt bei uns dieses Jahr leider aus. Keine Gottesdienste, kein Abendmahl, keine Gemeinschaft. Doch was bleibt?

ER bleibt! Jesus selbst. Er verändert sich nicht. Er ist da. Wir können frohen Mutes auf Ostern blicken, weil wir wissen, dass mit dem Kreuz nicht alles aus ist. Gottes Sohn hat den Tod besiegt. Wir dürfen in und aus diesem Sieg leben. Auch und gerade in diesen schweren Zeiten. „Nie sind wir allein, stets sind wir die Deinen; Lachen oder Weinen, wird gesegnet sein.“ (Gesangbuchlied —)

Die grünen Speisen sind ein alter Brauch, der sich aus dem Namen – Gründonnerstag – entwickelt hat.

Ich wünsche Ihnen von Herzen eine gesegnete Osterzeit.

Bleiben Sie behütet Ihre Daniela Griesbach

Bild von: https://pixabay.com

Palmsonntag

Palmsonntag

Hier kann man die Andacht downloaden.

Liebe Gemeinde, liebe Weggäste,

Wir feiern heute Palmsonntag. Jesus reitet auf einem Esel in Jerusalem ein. Mit Palmzweigen wird bejubelt. Doch schon bald wird die Stimmung kippen. Es sind nur noch zwei Tage bis zum Passafest. Schon wird geplant, wie Jesus getötet werden könnte.
Am Abend sitzt Jesus noch einmal mit Freunden zusammen am Tisch.Mk 14,3| Da kam eine Frau, die hatte ein Glas mit unverfälschtem und kostbarem Nardenöl, und sie zerbrach das Glas und goss es auf Jesu Haupt.

„Was soll die Verschwendung des Öles?“, höre ich diejenigen, die mit Jesus zu Tisch liegen, tuscheln. Sie sind entgeistert. Eine Frau platzt mitten in ihre Mahlgemeinschaft hinein und schüttet auch noch kostbarstes Öl über Jesus. Ja, was soll das? – höre ich mich fragen.

Ich schaue auf die Frau: Selbstvergessen und voller Leidenschaft steht sie da. Hingebungsvoll schenkt sie ihre ganze Liebe. Sie hat weder Mühen noch Kosten gescheut, sich auf den Weg zu machen. Alle Widerstände, Vorschriften und Zwänge hat sie durchbrochen. Sie hat nur ein Ziel vor Augen: Jesus etwas Gutes zu tun. Direkt über Jesu Kopf zerbricht sie die Ölflasche. Das Öl rinnt über Jesu Körper. Das Öl füllt den ganzen Raum mit betörendem Duft.

Jesus schließt die Augen. Er sieht seinen Weg vor sich. Er sieht einen seiner Freunde ihn verraten. Er sieht einen seiner Freunde ihn verleugnen. Er sieht sich allein in Gethsemane. Er sieht sein Leiden. Er sieht den unmenschlichen Tod. Die Schmerzen, die auf ihn zukommen werden, werden unerträglich sein. Jesus schließt die Augen fester. Er spürt die zarte Berührung. Von oben herab umhüllt ihn das Öl. Es umhüllt ihn mit seiner zarten Wärme. Es umhüllt ihn mit seinem atemberaubenden Duft. Wie gut das tut.

Die mit Jesus am Tisch sitzen, strengen hingegen all ihre Vernunft an. Sie rechnen haargenau aus, was die seltsame Handlung dieser Frau gekostet hat: 300 Silbergroschen. Das entspräche heute ca. 30.000€. Was hätte man damit nicht alles machen können!

Zwei völlig verschiedene Welten prallen hier zusammen: Die der selbstvergessenen Leidenschaft und die der prüfenden Vernunft. Was sagt Jesus hierzu? Mk 14,6.7| Lasst sie in Frieden! Was betrübt ihr sie? Sie hat ein gutes Werk an mir getan.Denn ihr habt allezeit Arme bei euch, und wenn ihr wollt, könnt ihr ihnen Gutes tun; mich habt ihr aber nicht allezeit.

Jesus weist an dieser Stelle die Vernunft zurück und stellt die Leidenschaft in den Vordergrund. Diese Frau hat etwas ganz besonderes getan. Jesus sagt, sie hätte ihm etwas Gutes getan. Sie hat genau gespürt, was er jetzt braucht. Sie hat gespürt, dass er den Tod vor Augen hatte. Sie hat gespürt, dass er Angst hatte. Sie hat seinen Leib im Voraus für das Begräbnis gesalbt. Sie hat ihn gestärkt auf dem schweren Weg, der vor ihm liegt. Es wird keine Gelegenheit mehr geben diese Tat zu wiederholen. Morgen wird schon alles anders sein. Arme werdet ihr weiter bei euch haben, mich aber nicht. Ich werde bald nicht mehr bei euch sein.

Mit großen Augen schaue ich Jesus an. Was sagst du da? Ich dachte, es ist alles ganz einfach. Ich kann sicher und fest planen, einen Dauerauftrag einrichten und dadurch ganz automatisch jeden Monat einen Betrag für Bedürftige geben. Es geht um noch mehr? Ich soll mich dir mit meiner ganzen Liebe hingeben? Meine Sicherheit verlassen, mich auf unbekanntes Terrain begeben, mich zerbrechlich machen? Ich merke, wie schwer das ist. Wie schwer es ist, von mir selbst wegzuschauen und meine Pläne beiseite zu legen, um für einen Moment ganz bei meinem Gegenüber zu sein, zu spüren, was er oder sie gerade jetzt braucht und so, wie die Frau, etwas Gutes zu tun. Einfach so. Ohne Berechnung. Aus purer Liebe und Leidenschaft. Egal was andere dazu sagen oder darüber denken.

Jesus reitet in Jerusalem ein. Noch wird er bejubelt. Noch ist er mitten unter uns. Noch will niemand wahrhaben, was mit ihm passieren wird. Noch ist Zeit. Zeit für Liebe. Zeit für Leidenschaft. Zeit für selbstlose Taten. Morgen schon wird alles anders sein. Das Volk wird rufen: Kreuzigt ihn.

Mit diesen Gedanken zum Palmsonntag grüßt Sie Ihre Pfarrerin Christine Klement

Andacht zum Sonntag Judica

Andacht zum Sonntag Judica

Liebe Kirchgemeindemitglieder und liebe interessierte Gäste, im Kirchenjahr gehen wir auf den Sonntag “Judica“ zu. Das bedeutet übersetzt „Richte!“

Ums Richten und Gericht halten wird es in dieser Andacht gehen. Menschen halten Gericht über Jesus. Der Evangelist Lukas erzählt davon in der Passions-Geschichte. Wir finden sie im Kapitel 22 Verse 3 – 6 und 39 – 71.

Mit diesen Texten begleiten wir Jesus auf seinem Weg, der am Kreuz enden wird, aber nicht das Ende bedeutet, sondern einen Neubeginn in sich birgt. Einen Neubeginn, der unsere Welt verändert hat und der Menschen, die sich mit seiner Geschichte beschäftigen, bis heute verändert. In den Geschichten geht es um Verrat und Treue, um Licht und Dunkelheit, um Lüge und Wahrheit, um Gut und Böse und um Glaube und Unglaube. Es geht um Menschen, die immer beide Seiten in sich tragen, das Helle und das Dunkle. In einer alten Indianerlegende heißt es, dass der Mensch, wenn er geboren wird immer 2 Wölfe in sich trägt. Einen guten und einen bösen Wolf. Der Mensch muss sich entscheiden, welchem Wolf er Futter gibt. Füttert er den bösen, dann wird das Böse in ihm herrschen und der Mensch wird Böses tun, weil der gute Wolf ohne Futter ganz klein geworden ist.  Es gibt keinen Menschen, der nur böse oder nur gut ist. Es lohnt sich in diesen Tagen darüber nachzudenken, was ist in mir selbst los. Was hat meine Seele verletzt oder mir Angst gemacht. Nicht um zu richten, sondern  um dahinter zu kommen, was die Ursache für Ängste, oder Mangel, oder Traurigkeit in meinem Leben sind. Wenn wir uns das bewusst machen, können wir erkennen woran es uns fehlt. In ganz neuer Weise können wir dann beten und Gott diese Dinge hinbringen. So kann wirklich etwas passieren!  Jesus steht an unserer Seite und vergibt den Menschen gern. Er vergibt Petrus, er vergibt den Soldaten, Jesus vergibt mir und dir  und geht unseren Weg mit. Er macht das Dunkel hell. So können wir alle um diesen Neubeginn nach dieser dunklen  Zeit bitten.    In diesem Sinne bleiben sie Gottes Schutz befohlen!                Gemeindepädagogin :  A. Schenk         

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Lieber Vater, im Himmel. Danke, dass du den Weg mit Jesus mitgegangen bist und immer an seiner Seite warst. Danke Vater, dass Du auch immer an meiner Seite bist.  
Abendandacht vom Landesbischof

Abendandacht vom Landesbischof

Landesbischof Tobias Bilz wird in dieser Woche jeweils um 18 Uhr ein Abendgebet anbieten. Er schreibt dazu:

„Wir leben in herausfordernden Zeiten. Die Coronavirus-Pandemie und die Verantwortung für unsere Mitmenschen machen unterschiedliche Einschränkungen notwendig. Auch wenn wir uns gerade nicht physisch zum Gebet versammeln können, möchte ich Sie über diesen Weg zum gemeinsamen Gebet einladen. Diese Woche von Montag bis Freitag um 18.00 Uhr.“ – mittlerweile jede Woche 18.00 Uhr – lassen Sie sich einladen!

https://www.youtube.com/user/evlksachsen

https://www.facebook.com/BischofBilz/
Vorlage zur Hausandacht

Vorlage zur Hausandacht

Zum Ausdrucken können Sie das Formular hier als pdf downloaden:
2020 April Vorlage Hausandacht

Vorlage zur Hausandacht

Wir laden Sie ganz herzlich ein, dass wir an den Sonn- und Feiertagen, 10 Uhr im Geist als Gemeinde verbunden, Hausandacht feiern. Folgendermaßen kann die Hausandacht ablaufen:

Eine Kerze wird entzündet.

Eröffnung: Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Psalm
Sonntag Palmarum, 05.04.2020 Psalm 69,17-19.30-31.33
Gründonnerstag, 09.04.2020 Psalm 111,1-10
Karfreitag, 10.04.2020 Psalm 22,2-12.16-20
Ostersonntag, 12.04.2020 Psalm 118,14-24
Ostermontag, 13.04.2020 Psalm 118,14-24
Sonntag Quasimodogeniti, 20.04.2020 Psalm 116,1-9.13
Sonntag Miserikordias Domini, 27.04.2020 Psalm 23,1-6

Eingangsgebet

Gott, wie unerforschlich sind deine Wege.
Heute versammeln wir uns einzeln oder als Familie in unseren Häusern
und wissen uns doch in dir vereint als eine große Gemeinde.
Wir kommen mit unseren Ängsten und Sorgen.
Wir kommen mit unserer Sehnsucht und unserer Hoffnung.
Sei du uns jetzt nahe, öffne unsere Herzen und Ohren
für das Wort, das uns gut tut und Mut macht.
Dir sei Ehre und Dank in Ewigkeit.
Amen.

Lesung des Evangeliums
Sonntag Palmarum, 05.04.2020 Johannes 12,12-19
Gründonnerstag, 09.04.2020 Johannes 13,1-15.34-35
Karfreitag, 10.04.2020 Johannes 19,16-30
Ostersonntag, 12.04.2020 Markus 16,1-8
Ostermontag, 13.04.2020 Lukas 24,13-35
Sonntag Quasimodogeniti, Psalm 116,1-9.13
Sonntag Miserikordias Domini, 27.04.2020 Johannes 10,11-30

Stille und/oder Lied EG 445,1+5 Gott des Himmels und der Erden

1) Gott des Himmels und der Erden,
Vater, Sohn und Heilger Geist,
der es Tag und Nacht lässt werden,
Sonn und Mond uns scheinen heißt,
dessen starke Hand die Welt
und was drinnen ist, erhält:

5) Führe mich, o Herr, und leite
meinen Gang nach deinem Wort;
sei und bleibe du auch heute
mein Beschützer und mein Hort.
Nirgends als bei dir allein
kann ich recht bewahret sein.

Andacht / Kindergottesdienst

Fürbitte (oder aktuelle Fürbitte der VELKD)

Herr, unser Gott, mit Sorge sehen wir die Verbreitung des Corona-Virus.
Wir bitten dich:
Steh du den Kranken und ihren Angehörigen bei.
Sei bei allen, die unter Quarantäne stehen.
Stärke und ermutige alle, die im Gesundheitswesen arbeiten.
Inspiriere die Forscher bei der Entwicklung von Impfstoffen und Medikamenten.

Herr, unser Gott, im Moment sind wir aufeinander angewiesen.
Leite die politisch Verantwortlichen, dass sie die Wahrheit sagen und danach handeln.
Halte die Ausbreitung von Falschinformation und Gerüchten zurück.
Hilf, dass Gerechtigkeit waltet, sodass allen Menschen auf der Erde Heil und Heilung erfährt.
Schenke Frieden überall auf der Welt, wo Hass, Gewalt und Krieg herrscht.
Lass uns gegenseitig aufeinander Rücksicht nehmen.

Herr, unser Gott, noch können wir die Folgen der momentanen Situation nicht absehen.
Wir bitten dich:

Stehe denen bei, die derzeit nicht wissen, wie es mit ihrem Unternehmen weitergehen wird.
Stärke diejenigen, die sich finaziell einschränken müssen.
Sei du bei den Familien und Kindern, die zu Hause spielen, lernen und arbeiten müssen.
Sei bei den Einsamen, bei denen die im Pflegeheim keinen Besuch mehr empfangen können.
Halte die Sterbenden in deinem Armen und tröste die Traurigen und Verzweifelten.

Herr, unser Gott, wir bringen vor dich, was uns außerdem bewegt:

Sei und bleibe du bei uns, heute, alle Tage und in Ewigkeit.
Amen.

Vater Unser

evt. Lied EG 369 Wer nur den lieben Gott lässt walten

7) Sing, bet und geh auf Gottes Wegen,
verricht das Deine nur getreu
und trau des Himmels reichem Segen,
so wird er bei dir werden neu;
denn welcher seine Zuversicht
auf Gott setzt, den verlässt er nicht.

Segen

(wenn sie mögen können Sie sich dazu selbst oder gegenseitig die Hände auf die Schulter legen)

Der Herr segne uns und behüte uns;
der Herr lasse sein Angesicht leuchten über uns und sei uns gnädig;
der Herr erhebe sein Angesicht auf uns und gebe uns Frieden!

 

 

Lätare

Lätare

Liebe Gemeinde, liebe Gäste,

auf den Gottesdienst am Sonntag “Lätare“ in der Saydaer Hospitalkapelle hatte ich mich gefreut, denn die Vorbereitungen dafür begannen schon, als das Jahr noch sehr jung war!  Es sollte ein musikalischer und durchaus fröhlicher Gottesdienst werden –  mitten in der Passionszeit. Lätare heißt nämlich: “Freue dich“ – und der Psalm des Sonntags  (Ps. 84) ist überschrieben mit “Freude am Haus Gottes“.

Was hätte uns denn erwartet in diesem Gottesdienst? Zumindest aus der “Kirchenmusikwerkstatt“ könnte ich einiges ausplaudern.
Die Kurrende wollte fröhlich beginnen mit dem Lied:   “O, wir schauen schon hinein in den Ostersonnenschein – Lätare! Lätare!“ Das ist ein Freudenlied darüber, dass der größte Teil der Fastenzeit schon hinter uns liegt und das Osterlicht seine Strahlen vorausschickt. Vom Chor hätten wir gehört: “Das ist meine Freude, dass ich mich zu Gott halte und setze meine Zuversicht auf Gott den Herrn.“ In schweren Anfechtungen hat der Psalmist diese Worte niedergeschrieben. Natürlich hätten auch Sie genügend Gelegenheit zum Mitsingen gehabt.  So zum Beispiel beim Wochenlied “Korn, das in die Erde“, das auf den Wochenspruch Bezug nimmt:  “Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und erstirbt, bleibt es allein, wenn es aber erstirbt, bringt es viel Frucht.“ Dieses Jesuswort bezieht sich natürlich zu erst auf das Passions- und Oster – geschehen. Es kann uns aber auch Gleichnis sein für ganz erdverbundene Lebenszusammenhänge, in denen wir stehen: Ein Gärtner, der es nicht über sich bringt, seine kostbaren Saatkörner der Erde anzuvertrauen wird nie ernten können. Eine Frau, die die Beschwernisse einer Schwangerschaft und die Schmerzen der Geburt  so sehr fürchtet, dass sie sich dagegen entscheidet, wird nie die Erfüllung  erleben Mutter zu sein. Und auch das sagt mir der Wochenspruch: Wenn ich mich davor scheue, in die Dunkelheit meiner eigenen Schattenseiten hinab zu steigen, wird es für mich kein spirituelles Wachstum geben. Nun haben die aktuellen Geschehnisse verhindert, dass wir uns in unseren schönen Gotteshäusern versammeln können.  Was ist Gottesdienst?  Diese Frage steht plötzlich mit einer ganz neuen Dimension vor uns. Was können wir mit unseren Möglichkeiten jetzt tun? Ein klärendes Gespräch… Eine Bitte um Verzeihung…Ein Schritt der Versöhnung…Eine “Inventur“ mit mir selbst, mit Gott … “Heiße Eisen“, die ich mir schon lange nicht traue anzupacken…

Immerhin: Wir haben noch Telefon, Internet und Briefpapier. Irgendwann treffen wir uns wieder – vielleicht zu einem Singe-Gottesdienst?

Bis dahin bleiben Sie gesegnet, behütet und gesund !   

Christian Domke (Kantor)